Schritt für Schritt wurden auch im Mai die Corona-Beschränkungen gelockert. Die Infektionszahlen in Deutschland und auch im Landkreis Böblingen sind niedrig. Das haben wir unserer Disziplin und dem großen Engagement der Mitarbeiter im Gesundheitsbereich zu verdanken. Wie es unsere Bundeskanzlerin treffend formuliert hat, braucht es jetzt „Mut und Wachsamkeit“. Mut, um die großen Aufgaben, die vor uns liegen, anzupacken und Wachsamkeit, um das Erreichte nicht zu gefährden. Große Krisen sind auch geschichtliche Zäsuren. Wie wird die Welt nach dieser Krise aussehen? Welche Lehren werden wir aus der Krise ziehen? Welche Rolle spielt Europa? All das sind Fragen, die wir jetzt diskutieren müssen, damit wir die Zukunft gestalten können.

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland zum größten Wirtschaftseinbruch der Nachkriegsgeschichte geführt. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt: Wir müssen die Chancen der Krise nutzen, Deutschlands Stabilität erhalten und unsere Zukunft aktiv gestalten. Der Koalitionsausschuss hat in seiner gestrigen Sitzung daher ein umfassendes und 130 Milliarden Euro großes Aufbruchspaket beschlossen. Mit dem Paket unterstützen wir Familien, sichern Arbeitsplätze, kurbeln den Konsum an und machen Deutschland insgesamt innovativer, klimafreundlicher und wettbewerbsfähiger.

Mir persönlich ist das Friedensprojekt Europa sehr wichtig. Unsere Heimat, der Landkreis Böblingen, liegt nicht nur im Herzen Europas, sondern profitiert auch stark vom Export in andere EU-Mitgliedsstaaten. Es liegt in unserem Interesse, dass auch die Wirtschaft in Europa gestärkt aus der Krise hervorgeht, denn Deutschland ist nur stark, wenn Europa stark ist! Die deutsche Regierung und der Deutsche Bundestag haben im vergangenen Monat die ersten wichtigen Impulse für mehr europäische Solidarität in dieser Krisenzeit gesetzt. Deutschland und Frankreich forderten zusammen ein 500 Milliarden Euro schweres Konjunkturprogramm für die Europäische Union. Im Bundestag habe ich eine Rede in der Debatte zum SURE-Programm gehalten, welches schwer getroffenen Mitgliedsstaaten günstige Kredite für den Auf- und Ausbau der Kurzarbeit bereitstellt.

Anfang dieser Woche ist das Buch NEUSTAAT erschienen, an dem ich als Co-Autor mitgewirkt habe. 35 Abgeordnete der Unionsfraktion und 30 Experten aus der Verwaltung unterbreiten darin Vorschläge, wie wir den Staat reformieren müssen, um ihn zukunftsfest zu machen. Ich würde mich freuen, wenn Sie einen Blick in das Buch werfen und wir uns über die dort gemachten Vorschläge austauschen!

Ihr Marc Biadacz MdB