In einer ohne vorherige Terminabstimmung angesetzten Sondersitzung des Gemeinderats hat der Bürgermeister die Zustimmung zum Beitritt mit 9 Ja und 3 Nein Stimmen erhalten. Berufs- Urlaubs- und Krankheitsbedingt haben leider 6 von 7 CDU/FWV-Gemeinderäten nicht an der Sitzung teilnehmen können.

Mag der Schadstoffausstoß als unbedeutend eingestuft werden, stellt sich dennoch die Frage, ob die zusätzliche Luftbelastung sein muss, gerade in einem Ballungsgebiet mit Restmüllheizkraftwerk, Schießanlage, Autobahnkreuz und Flugverkehr. Ist es notwendig, nochmals eine Umwelt-Belastung hinzuzufügen? Dies betrifft auch den Zulieferverkehr, den Experten im Vergleich als unbedeutend eingestuft haben und auf verkehrsschwache Randbereiche für die Anlieferung des Klärschlamms verweisen. In der Stuttgarter Innenstadt gelten wohl andere Kriterien, denn dort reichen geringste Prozente aus, um Fahrverbote zu verhängen.

60.000 Tonnen Klärschlamm kommen aus dem Einzugsgebiet des Restmüllheizkraftwerks Böblingen. Um eine wirtschaftliche Auslastung der Anlage zu erreichen, werden rund 120.000 Tonnen Klärschlamm benötigt. Das bedeutet, dass aus einem weiten Umfeld noch zusätzlicher Klärschlamm eingeworben werden muss. An Nachfrage wird es sicher nicht mangeln, denn niemand möchte eine vergleichbare Anlage vor der Haustüre haben!

Für die Schönaicher Bevölkerung ist es doppelt ärgerlich, als dass unter Bürgermeister Grupp mit hohen Investitionen eine ökologisch vorbildliche Anlage zur Trocknung des Klärschlamms erfolgt ist. Aus der Kläranlage Schönaich, wo auch die Stadt Holzgerlingen und Teile von Weil im Schönbuch angeschlossen sind, fallen gerade einmal 2.000 t Klärschlamm bei einem Kapazitätsvolumen der geplanten Anlage von 120.000 t Klärschlamm an.

Aus Sicht der CDU/FWV-Gemeinderatsfraktion wäre es wichtig gewesen, zunächst noch intensiver Standortalternativen bspw. an Standorten von Braunkohlekraftwerken, die in absehbarer Zeit stillgelegt werden und erforderlichenfalls auch kleinere Anlagegrößen zu prüfen.

Mögen für andere Gemeinden im Umland die Entsorgungssicherung der wichtige Grund für den Beitritt sein, so muss Schönaich als unmittelbare Anliegergemeinde vor allem ökologische Dinge vor ökonomischen Belange stellen!

Für die CDU/FWV-Gemeinderatsfraktion
Norbert Mezger, Fraktionsvorsitzender