Ortskernentwicklung und Vorkaufsrecht – zwei unterschiedliche Themen die in der letzten Gemeinderatssitzung eine wichtige Rolle spielten. Nach vielen Ankündigungen erfolgte jetzt der Startschuss für die neue Schönaicher Ortsentwicklung. Dies hatte die CDU/FWV-Fraktion u.a in einen Antrag vom Januar 2020 formuliert. Der im Jahre 2000 verabschiedete Ortsentwicklungsplan soll nach über 20 Jahren und dem inzwischen erfolgten Bevölkerungsentwicklung (Westrand) und Gesellschaftsentwicklungen (Zuzug junger Familien) angepasst und zukunftsfähig, gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, gemacht werden.

Simone Tränklein sah damit eine wichtige Weichenstellung zum richtigen Zeitpunkt. „Für den Honeywell Standort in der Ortsmitte bietet sich damit eine riesige Chance von Beginn in die konzeptionellen Überlegungen einbezogen zu werden“, so Simone Tränklein weiter und empfahl für die CDU/FWV-Fraktion das Büro Zoll & Reschl aus Stuttgart, das letztlich mit großer Mehrheit durch den Gemeinderat beauftragt wurde.

Kniffliger hingegen war in der letzten Gemeinderatssitzung die Frage, ob das Honeywell-Areal mit einem Vorkaufsrecht durch die Gemeinde belegt werden soll. Mag das Vorkaufsrecht auf den ersten Blick als schlüssig und zielführend wirken, kann es auch eine abschreckende Wirkung für mögliche Interessen entfalten, so die Argumentation des Fraktionsvorsitzenden der CDU/FWV- Fraktion Norbert Mezger. Ein Vorkaufsrecht ohne konkrete Planung, kann im Hinblick auf Verhandlungen mit möglichen Interessenten auch problematisch sein.
Entsprechend sah die CDU/FWV-Fraktion zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine Notwendigkeit, regulative Drohkulissen aufzubauen. Ohnehin wird die Gemeinde frühzeitig im Rahmen des Baurechts einbezogen werden müssen und kann sodann seinen Einfluss gelten machen.

Davon abgesehen ist es als fraglich anzusehen, ob die Gemeinde ein Vorkaufsrecht finanziell überhaupt umsetzen könnte, angesichts der in den kommenden Jahren ansehenden Bauprojekte im Hoch- und Straßenbau (bspw. Sanierung der Max-Eyth-Straße oder aber auch der Neubau der neuen Flüchtlingsunterkunft) und den zu erwartenden knapper werdenden Finanzmitteln durch die Corona-Pandemie.

Die CDU/FWV-Fraktion forderte die Verwaltung daher auf weiter in einem engen Kontakt mit der Geschäftsleitung und den weiteren Beteiligten der Firma Honeywell zu stehen.
Wie in unmittelbarer Nachbarschaft beim Thalhofer Gebäude wird auch beim Honeywell Gelände ein langer Atem notwendig sein, um für Schönaich eine passende Verwertung und Zukunftsvision zu erhalten.

Für die CDU/FWV-Gemeinderatsfraktion
Norbert Mezger, Fraktionsvorsitzender